In der Welt des Profifußballs gibt es Momente, die selbst eingefleischte Fans überraschen. Einer davon ist die jüngste Aussage von Nick Woltemade. Der 23-jährige deutsche Nationalstürmer, der im Sommer 2025 für eine Rekordablöse von bis zu 90 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United gewechselt ist, hat ein mögliches Comeback in die Bundesliga – und zwar ausgerechnet beim FC Bayern München – kategorisch ausgeschlossen. In einem offenen und emotionalen Interview, das vor wenigen Tagen in England geführt wurde, fiel der Satz, der die Fußballwelt in Aufruhr versetzt hat: „Ich würde lieber meine Karriere beenden, als mit ihm zu spielen.“

Der Kontext macht die Aussage noch brisanter. Mit „ihm“ meint Woltemade höchstwahrscheinlich Harry Kane, den englischen Superstar, der seit 2023 das Sturmzentrum des FC Bayern bildet. Kane, der in München eine beeindruckende Bilanz aufweist und als einer der besten Neuner der Welt gilt, wäre bei einem hypothetischen Wechsel Woltemades direkter Konkurrent um die Position in der Spitze gewesen. Doch für den jungen Bremer scheint genau diese Konkurrenzsituation ein absolutes No-Go zu sein.

Woltemade, der in der Saison 2024/25 beim VfB Stuttgart mit 17 Toren in 33 Bundesliga-Spielen zum Shootingstar avancierte, hatte im vergangenen Sommer bereits intensiven Kontakt zum Rekordmeister. Der FC Bayern verhandelte monatelang mit Stuttgart, legte mehrere Angebote vor – darunter eines über 60 Millionen Euro plus Boni –, doch der VfB blieb hart und verlangte mindestens 75 Millionen. Trotz persönlicher Einigung mit dem Spieler und sogar einem geheimen Video-Call von Trainer Vincent Kompany platzte der Transfer.
Stattdessen schlug Newcastle zu und zahlte eine Summe, die Berichten zufolge zwischen 80 und 90 Millionen Euro lag – ein Wechsel, den Woltemade heute als „perfektes Beispiel dafür“ bezeichnet, „dass alles im Leben seinen Sinn hat“.

In Newcastle startete der 1,98 Meter große Angreifer furios: In seinen ersten Monaten erzielte er sieben Treffer in 14 Ligaspielen und etablierte sich schnell als feste Größe im Team von Eddie Howe. Doch seit Jahresbeginn 2026 hakt es etwas – die Tore bleiben aus, der Stammplatz wackelt, und Spekulationen über eine mögliche Rückkehr in die Bundesliga machten die Runde. Genau in diesem Moment soll der FC Bayern erneut angeklopft haben. Nach dem Abgang einiger Offensivkräfte und der anhaltenden Suche nach Entlastung für Kane sei Woltemade als idealer Ergänzungsspieler gehandelt worden.
Ein Angebot sei unterbreitet worden, inklusive der Garantie auf viel Spielzeit und der Perspektive, langfristig Kanes Nachfolger zu werden.
Woltemade reagierte jedoch mit einer Vehemenz, die wenige erwartet hatten. „Ich habe in England alles, was ich brauche: eine unglaubliche Liga, tolle Fans, ein ambitioniertes Projekt und vor allem die Freiheit, mein eigenes Ding zu machen“, erklärte er im Interview. „Bayern ist ein riesiger Klub, keine Frage. Aber ich habe schon im Sommer gespürt, dass es dort nicht passt – und jetzt erst recht nicht. Mit Harry zusammenzuspielen? Das wäre für mich keine Konkurrenz, das wäre ein Schatten-Dasein. Ich würde lieber meine Karriere beenden, als mit ihm zu spielen. Ich will der Mittelpunkt sein, nicht die zweite Geige.“
Die Worte schlugen ein wie eine Bombe. In Deutschland lösten sie eine Welle der Diskussionen aus. Auf Social Media teilten sich die Meinungen: Die einen lobten Woltemades Selbstbewusstsein und seinen Mut, den „sicheren Hafen“ Bayern abzulehnen. Andere warfen ihm Undankbarkeit vor – schließlich hatte der FC Bayern ihn jahrelang umworben und ihm die Chance geboten, in der Champions League regelmäßig auf höchstem Niveau zu spielen. Ex-Bayern-Spieler wie Mario Basler hatten bereits im Herbst 2025 kritisiert, dass Woltemade mit dem Wechsel nach England einen „riesigen Fehler“ begangen habe und in der Premier League scheitern werde.
Nun scheint Woltemade diese Kritik mit seiner klaren Absage noch zu verstärken.
Beim FC Bayern hielt man sich offiziell bedeckt. Sportvorstand Max Eberl erinnerte in einer kurzen Stellungnahme daran, dass man im Sommer 2025 „eine schwere Entscheidung“ getroffen habe, als man vom Verhandlungstisch aufgestanden sei. „Nick hat sich für einen anderen Weg entschieden, und wir respektieren das. Wir schauen nach vorne und konzentrieren uns auf unsere aktuellen Ziele“, so Eberl. Intern soll die Absage jedoch für Verwunderung gesorgt haben – immerhin galt Woltemade als einer der wenigen deutschen Talente, die Kane perspektivisch beerben könnten.
In Newcastle selbst nahm man die Aussagen mit einem Schmunzeln auf. Trainer Eddie Howe betonte: „Nick fühlt sich hier wohl, er hat sich super entwickelt und ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft. Solche Gerüchte gehören zum Geschäft dazu, aber wir wissen, dass er voll bei uns ist.“ Tatsächlich hat Woltemade in England einen Vertrag bis 2031 unterschrieben und scheint sich in der rauen Atmosphäre der Premier League pudelwohl zu fühlen – trotz der aktuellen Formkrise.
Der Satz „Ich würde lieber meine Karriere beenden, als mit ihm zu spielen“ wird wohl noch lange nachhallen. Er zeigt, wie selbstbewusst die neue Generation deutscher Fußballer auftritt. Woltemade, der als Jugendlicher bei Werder Bremen ausgebildet wurde, dann über Wolfsburg und Elversberg den Sprung schaffte und in Stuttgart explodierte, will seinen eigenen Weg gehen. Nicht den bequemen in die vermeintliche Sicherheit des FC Bayern, sondern den herausfordernden in die Premier League.
Ob diese Haltung langfristig Früchte trägt, wird sich zeigen. Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko rückt näher, und Bundestrainer Julian Nagelsmann wird genau beobachten, wie sich Woltemade aus der Formkrise kämpft. Ein Stammplatz bei Newcastle ist aktuell nicht garantiert, und die Konkurrenz im DFB-Team – von Kai Havertz über Niclas Füllkrug bis zu jungen Talenten – ist groß.
Doch eines ist klar: Nick Woltemade hat mit seiner deutlichen Absage ein Zeichen gesetzt. Er will nicht der Nächste in der langen Liste der Bayern-Stürmer sein. Er will der Star sein – und das am liebsten in England. Ob das gelingt oder ob er irgendwann doch bereut, die Tür nach München zugeschlagen zu haben, bleibt spannend. Der Fußball schreibt bekanntlich die verrücktesten Geschichten.
Für den Moment bleibt der Satz stehen – provokant, selbstsicher und unmissverständlich. Ein junger Stürmer hat dem deutschen Rekordmeister die kalte Schulter gezeigt. Und die Welt schaut zu.